Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Trend

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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Mathilda » Mittwoch, 5. August 2015, 19.45

Ja dieses Discounterfleisch ist weder gut (sensorisch, geschmacklich, qualitativ) noch aus Tierschutzgründen erträglich. Ich frage mich, wie jemand aus diesem Zeug eine köstliche Mahlzeit zaubern will - ober überhaupt nur eine Genießbare.
Wenn der letzte Kronleuchter verschandelt, die letzte Lavalampe erstarrt ist, werdet Ihr feststellen, dass man mit Energiesparfunzeln nicht anständig Licht machen kann.
Für mich bitte keine lebenden Körper im Essen.
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Pik Sibbe » Mittwoch, 5. August 2015, 19.57

Gemellus hat geschrieben:das und vielleicht nur 2- 3 mal die Woche Fleisch, das würde schon viel bewirken, wenn es jeder macht.
Das alle Vegetarier werden, glaube ich nicht ( zumindest nicht in naher Zukunft), doch es muss auch einen Weg geben zwischen "vegan" und " jeden Tag Billigfleisch essen, das sogar noch preisgünstiger ist als Hundefutter".


Bingo, give me five, kann ich nur unterschreiben, Gemellus. Genau das ist der Weg, den ich für mich eingeschlagen habe und womit ich seit Jahren ziemlich gut fahre. Moderater Fleischgenuss hat für mich auch den Vorteil, dass es in dem Moment viel herzhafter und leckerer schmeckt, als wenn ich es regelmäßiger äße.

Außerdem möchte ich endlich mal was los werden, was ich schon ewig beim Lesen Deiner Einträge mit mir herumtrage: Selbst bei kontroverser Stimmungslage schreibst Du so herrlich unaufgeregt und freundlich, oft sogar mit einem Schuß Humor. Du bekommst auch bei heftigem Schlagabtausch immer den Spagat hin, Dir durch den wertvollen und informativen Inhalt Deiner Argumente Respekt zu verschaffen - Deinen Postings wird kaum widersprochen - und zu überzeugen, aber dabei niemanden bloß zu stellen, Dich über jemanden zu erheben oder den Eindruck zu erwecken, die Weisheit mit Löffeln gegessen zu haben.

Du kommst stets total höflich und unaufdringlich rüber und bist trotzdem eine vielbeachtete Schreiberin. Außerdem mag ich Deine klare, für jedermann zugängliche Sprache auch bei Inhalten, die teils Expertenniveau besitzen. Oft bringst Du es durch Deine Art fertig, etwas Ruhe in eine hitzige Auseinandersetzung zu bringen, auch wenn diese aus dem Ruder zu laufen droht. Deswegen würde ich Dich gerne an dieser Stelle als Mitmoderatorin vorschlagen, sofern noch Bedarf besteht und User sich dazu äußern dürfen.


Kurvenfan hat geschrieben:Also ich würde mal sagen, dass sich die "bösen" krebserregenden Stoffe auch bilden bei einem Elektrogrill, wenn man das Fleisch anbrennen lässt. Ein verkohltes Toast hat ebenso viele gefährliche Stoffe und der Toaster läuft auch nicht mit Gas. Du sollst das Steak ja auch GRILLEN und nicht verbrennen. Das muss eben gelernt sein und ein echtes Steak braucht ja auch nicht lange auf die Flamme. :)

Dazu einfach mal das lesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Acrylamid ... ensmitteln

Hier wird auch erklärt, wieso das überwiegend stärkehaltige Lebensmittel betrifft. Es geht dabei rein um die "Überhitzung" und dabei ist quasi egal woher die Hitze kommt.


Ich glaube, da verwechselst Du etwas, Kurvenfan: es geht mir nicht um Acrylamidbelastung beim Fleisch-Grillen, denn diese ist so gut wie nie vorhanden, sondern stellt hauptsächlich bei trockener, wasserarmer Erhitzung stärke- und zuckerhaltiger Lebensmittel ein Problem dar. Die Gefahr, wenn man Fleisch über offenem Feuer grillt, ist das abtropfende Fett, wodurch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzpyren gebildet werden, die als karzinogen gelten:

http://derstandard.at/1304552430465/Gri ... -vom-Grill


Kurvenfan hat geschrieben:Dann lieber gutes Fleisch, was tierschonend Hergestellt wurde. Eben kein billig Pack vom Discounter aus der Industrieanlage.


Kaufst Du tatsächlich immer Biofleisch? Glaub´ ich nicht, und bei Erzeugnissen vom Metzger oder teureren Fleischtheken wie bei Edeka kannst Du nicht automatisch von artgerechter und schonender Tiermast ausgehen. Trotzdem gebe ich zu, dass diese häufig regionalen und somit frischeren Erzeugnisse in der Regel etwas besser schmecken, als Fleisch von Lidl oder Aldi.
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Kurvenfan » Mittwoch, 5. August 2015, 20.11

@ pik

Also erst mal muss ich mich deiner Meinung über Gemellus anschließen und finde es krass, wie offen du das ansprichst. Respekt.

Kaufst Du tatsächlich immer Biofleisch? Glaub´ ich nicht, und bei Erzeugnissen vom Metzger oder teureren Fleischtheken wie bei Edeka kannst Du nicht automatisch von artgerechter und schonender Tiermast ausgehen. Trotzdem gebe ich zu, dass diese häufig regionalen und somit frischeren Erzeugnisse in der Regel etwas besser schmecken, als Fleisch von Lidl oder Aldi.


Nein, ich gebe offen zu, dass ich kein "Bio" Fleisch kaufe. Jedoch bin ich der Meinung, dass regional erzeugtes Fleisch vom Metzger trotzdem um Längen besser ist, als industriell hergestelltes.
Also zumindest die meisten Bauern oder Schlachter hier in der Umgebung haben nicht so eine hohe Industrialisierungquote. Mein Problem bei einem "Bio-Steak" von irgendwo her wäre eben auch, dass man nicht weiß ob das immer alles so stimmt. Da bin ich eben immer eher skeptisch.
Und bei Steak, was eh nicht gerade das günstigste Fleisch ist und man ja auch nicht jeden Tag ist, da kann man erst recht ein wenig Wert auf die Qualität legen. Denn sonst würde es glaube ich auch mir in Natur nicht schmecken.


Ich glaube, da verwechselst Du etwas, Kurvenfan: es geht mir nicht um Acrylamidbelastung beim Fleisch-Grillen, denn diese ist so gut wie nie vorhanden, sondern stellt hauptsächlich bei trockener, wasserarmer Erhitzung stärke- und zuckerhaltiger Lebensmittel ein Problem dar. Die Gefahr, wenn man Fleisch über offenem Feuer grillt, ist das abtropfende Fett, wodurch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzpyren gebildet werden, die als karzinogen gelten:
http://derstandard.at/1304552430465/Gri ... -vom-Grill

Also ich will ja nicht wieder als Besserwisser da stehen, aber gerade beim Grillen sind es eben sehr flüssige und übermäßig stark marinierte Fleischsorten, die eben dieses Problem haben. Oder man grillt vielleicht einen Bauchspeck oder so? Selbst Steak produziert auf Grund der hohen Hitze kaum ablaufendes Fett. Da die Poren des Fleisches direkt verschlossen werden. Bei magerem Schweinesteak ist das ebenso der Fall. Wenn ich wirklich mariniertes Fleisch esse, dann nur mit abgedeckten Brennern. Das ist zwar auch kein 100% Schutz, aber so kann eben kein Fett in die Brenner laufen. Das lässt den Grill länger leben und bei einem gescheiten Grill ist die Temperatur trotzdem noch hoch genug. :) Hoffe das konnte deine Fragen klären. Ist stehe sonst auch nicht so auf in Rauchgas geräuchertes Fleisch. ^^
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Pik Sibbe » Mittwoch, 5. August 2015, 23.05

Kurvenfan hat geschrieben:@ pik
Also erst mal muss ich mich deiner Meinung über Gemellus anschließen und finde es krass, wie offen du das ansprichst. Respekt.


Danke, ja anerkennende Worte in einem Forum angemessen zu formulieren und zu platzieren ist durchaus eine Herausforderung und nicht immer ganz einfach. Oft kommt das falsch rüber, aber ich glaube, ich habe mal etwas ausgesprochen, was möglicherweise schon öfters im Stillen gedacht wurde. Und das vielleicht nicht nur bezüglich Gemellus, sondern auch anderen verdienten Usern.

Kurvenfan hat geschrieben:Also ich will ja nicht wieder als Besserwisser da stehen, aber gerade beim Grillen sind es eben sehr flüssige und übermäßig stark marinierte Fleischsorten, die eben dieses Problem haben. Oder man grillt vielleicht einen Bauchspeck oder so? Selbst Steak produziert auf Grund der hohen Hitze kaum ablaufendes Fett. Da die Poren des Fleisches direkt verschlossen werden. Bei magerem Schweinesteak ist das ebenso der Fall. Wenn ich wirklich mariniertes Fleisch esse, dann nur mit abgedeckten Brennern. Das ist zwar auch kein 100% Schutz, aber so kann eben kein Fett in die Brenner laufen. Das lässt den Grill länger leben und bei einem gescheiten Grill ist die Temperatur trotzdem noch hoch genug. :) Hoffe das konnte deine Fragen klären. Ist stehe sonst auch nicht so auf in Rauchgas geräuchertes Fleisch. ^^


WOW, ich merke, Du bist echt der Experte. DAS ist ja mal ein ganz anderer Blickwinkel, als in den üblichen Ratgebern. Deine wirklich sehr praxisorientierte Erklärung brachte mir überraschende Erkenntnisse, besonders über die geringere Belastung bei mageren Fleisch.

Übrigens, Vegetarier scheinen beim Grillen im Vorteil zu sein, und Leute wie Du, die ihr Grillfest mit Gemüse und Salat aufpeppen, möglicherweise auch. Naja, zumindest betreibst Du ja mit den Maiskölbchen und Co. Schadensbegrenzung ;) :

Zitat - siehe Link vorhin:

Das gute Gemüse

Vegetarier sind beim Grillen gesundheitstechnisch klar im Vorteil. In ihren Bratlingen und Veggie-Würsteln kann praktisch kein HCA entstehen. "Dazu müsste man den Tofu schon sehr quälen", meint Sabine Rohrmann lachend. HCA geht nämlich nur aus dem Kreatin hervor, welches in pflanzlichen Lebensmitteln kaum vorkommt. Es gibt jedoch noch eine weitere Wirkung pflanzlicher Kost, von der eventuell auch Fleischliebhaber profitieren könnten. Viele Obst- und Gemüsesorten enthalten reichlich Flavonole und andere Polyphenole. Sie scheinen die Krebsgefahr zu verringern.

Sabine Rohrmann und ihre Kollegen konnten in der EPIC-Studie einen positiven Effekt von einer hohen Flavonoid-Aufnahme auf das Polypen-Risiko durch PhIP beobachten. "Flavonole könnten den enzymatischen Aufbau von PhIP-Molekülen fördern und so deren karzinogene Wirkung herabsetzen", erklärt die Wissenschafterin. Einer anderen internationalen Studie zufolge leiden Menschen, die viel Obst und Gemüse verzehren, anscheinend viel seltener unter durch Nitrosamine ausgelöstem Magenkrebs. Vielleicht also kann eine große Schüssel bunter Salat helfen, die krebserregenden Stoffe im Grillfleisch zu bändigen. Das schmeckt schließlich ja auch.
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Micka » Donnerstag, 6. August 2015, 12.55

Warum hab ich noch nie von ihr gehört? Scheinen ja alle von euch zu kennen!? :roll:
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Pik Sibbe » Donnerstag, 6. August 2015, 19.33

Micka hat geschrieben:Warum hab ich noch nie von ihr gehört? Scheinen ja alle von euch zu kennen!? :roll:


Eine tolle Frau, deren Ausstrahlung die Gemüter erweckt. Jedoch ist man offenbar geteilter Meinung über sie, sie scheint zu polarisieren. Worüber genau sich manche Leute bei ihr aufregen, kann ich aber immer noch nicht erkennen, auch nach Tangerines Link nicht.
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Allegro1300 » Mittwoch, 2. September 2015, 12.16

Kurvenfan hat geschrieben:Also ich salze mein Essen so gut wie nie? Vor allem nicht mein Steak?
Im Grunde hat das auch Vorteile, wenn man seine Geschmacksnerven nicht verschandelt.
Dann ist auch ein "normales" Essen nicht total fad für einen. :)
Und das Steak solltest du wirklich mal probieren. Ein gutes Rib-Eye nur direkt vom Grill auf der Flamme gegrillt. Da braucht es nichts anderes mehr.


Applaus!!! Das mache ich genauso!!! Und da solche Köstlichkeiten im Hause Allegro sehr selten sind, ist so ein schönes Entrecôte oder Rib Eye immer wieder ein Geschmackserlebnis. Da braucht es auch kaum Sättigungsbeilagen!
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Pik Sibbe » Mittwoch, 9. September 2015, 23.14

Allegro1300 hat geschrieben:
Kurvenfan hat geschrieben:Also ich salze mein Essen so gut wie nie? Vor allem nicht mein Steak?
Im Grunde hat das auch Vorteile, wenn man seine Geschmacksnerven nicht verschandelt.
Dann ist auch ein "normales" Essen nicht total fad für einen. :)
Und das Steak solltest du wirklich mal probieren. Ein gutes Rib-Eye nur direkt vom Grill auf der Flamme gegrillt. Da braucht es nichts anderes mehr.


Applaus!!! Das mache ich genauso!!! Und da solche Köstlichkeiten im Hause Allegro sehr selten sind, ist so ein schönes Entrecôte oder Rib Eye immer wieder ein Geschmackserlebnis. Da braucht es auch kaum Sättigungsbeilagen!


Das ist mir zu sehr Fleisch pur, naja, auch unter Fleischessern gibt es offenbar Puristen ;) . Salzen ist eher nicht so mein Ding, Marinieren dagegen empfinde ich als geschmackliche Veredelung, laß das aber gleich fachmännisch vom Metzger machen bzw. nehme es gleich fertig mariniert. Warum selber was machen, was echte Profis besser können?

An Fleisch, wenn ich es denn mal gelegentlich esse und dann auch genieße, brauche ich einfach was dran, leckere Gewürze oder in der Pfanne (mit dem Steak darin) mitgeschmorte Zwiebelringe, gelegentlich ergänzt durch Pilze.
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Allegro1300 » Mittwoch, 9. September 2015, 23.41

Pik Sibbe hat geschrieben:Das ist mir zu sehr Fleisch pur, naja, auch unter Fleischessern gibt es offenbar Puristen ;) . Salzen ist eher nicht so mein Ding, Marinieren dagegen empfinde ich als geschmackliche Veredelung, laß das aber gleich fachmännisch vom Metzger machen bzw. nehme es gleich fertig mariniert. Warum selber was machen, was echte Profis besser können?


Weil Du - wenn Du selbst marinierst - genau weißt, was Du drangetan hast?!? Klar schmeckt das fertig marinierte Zeug aus dem Supermarkt auch irgendwie, und teilweise ja gar nicht sooo entsetzlich schlecht, aber wenn Du selbst marinierst, hast Du's in der Hand, es ganz und gar nach Deinem Gusto zu machen. Gerade wenn Du nicht so auf Salz abfährst, würd ich an Deiner Stelle wirklich selbst marinieren. Mach ich auch, zwar selten, aber bei uns gibt's auch nicht jeden Tag Fleisch ;)
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Pik Sibbe » Donnerstag, 10. September 2015, 1.12

Allegro1300 hat geschrieben:Weil Du - wenn Du selbst marinierst - genau weißt, was Du drangetan hast?!? Klar schmeckt das fertig marinierte Zeug aus dem Supermarkt auch irgendwie, und teilweise ja gar nicht sooo entsetzlich schlecht, aber wenn Du selbst marinierst, hast Du's in der Hand, es ganz und gar nach Deinem Gusto zu machen.


Nun ist ein mariniertes Stück Fleisch vom alteingesessenen Metzger um die Ecke auch noch mal eine andere Hausnummer, als die marinierte Ware aus dem Supermarkt. Vermutest Du darin bedenkliche Zutaten wie etwa Geschmacksverstärker?

Allegro1300 hat geschrieben:Gerade wenn Du nicht so auf Salz abfährst, würd ich an Deiner Stelle wirklich selbst marinieren. Mach ich auch, zwar selten, aber bei uns gibt's auch nicht jeden Tag Fleisch ;)


Nun, meine Furcht vor Salz hält sich erstaunlicherweise ;) in Grenzen, nein, gesundheitliche Bedenken meinerseits wegen etwaig zu hohem Salzkonsum gibt es meinerseits nicht, dafür essen wir daheim insgesamt zu wenig salzhaltige Produkte. Ich mag halt keine salzige Geschmacksnote und komme mit der Dosierung nicht zurecht. Richtig dosiert stärkt Salz den Geschmack, jedoch OHNE dass das Essen salziger schmeckt. Und den Balanceakt beherrsche ich nicht :oops: .
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Allegro1300 » Donnerstag, 10. September 2015, 9.52

@ Pik Sibbe:

Seit ich mal auf einem Päckchen Pulverkaffee die Zutat "Maltodextrin" entdeckt habe, was ein Zuckerstoff ist, von dem ich nicht glaube, daß er im Kaffee irgendwas zu suchen hat, habe ich einen Schaden zwischen den Ohren im Bezug auf Zucker und dessen Vorhandensein in fast allen Lebensmitteln. Auch in Wurstwaren kommt inzwischen Zucker vor, und das gefällt mir nicht. Denn wenn ich Zucker essen will, dann nicht in der Salami :(

Vorkonfektionierte Marinaden können allen möglichen Kram enthalten, den ich nicht essen will, unter anderem auch Unmengen an Salz, deswegen mariniere ich mein Grillfleisch selbst. Bei mariniertem Fleisch vom Metzger wäre ich mir auch nicht so wirklich sicher, was in der Marinade drin ist. Aber ich denk mir halt, vor einer Anzahl Monden haben unsere Vorfahren auch alles selbst gemacht, wieso also nicht eine Rückbesinnung darauf und nen schönen Eintopf nicht - wie Oma es noch getan hat - von der Pieke auf selbst machen, statt auf Maggi/Knorr/Unilever-Suppendröhnung zu vertrauen?

Würzen ist schon eine Kunst für sich, das stimmt :D Aber Salz ist recht einfach zu dosieren: im Zweifel lieber wenig als viel. Wenig Salz kann den Geschmack heben, zuviel Salz tötet ihn. Ist ne Gefühlssache, aber eine lernbare :)
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Mathilda » Donnerstag, 10. September 2015, 10.47

Dein Vertrauen in alteingesessene Handwerksbetriebe um die Ecke ehrt dich, aber die arbeiten in der Tat auch nur mit Industriefertigmischungen.

Persönlich bekannt ist DER Bäcker meines Heimatkaffs. Der nahm mich nebst Familie mit zur BäKoFa, einer Fachmesse für Bäcker und Konditoren. Ich fiel vom Glauben ab. Sack xy für Brötchen, Sack fg für Brot usw. Nix Mehl und Zutaten und Magie. Nix Handwerk. Sein Handwerk bestand aus Sack aufreißen, in Trog schütten, Schlauch mit Wasser rein, Maschine anstellen, warten, Maschine ausstellen, Teig rausholen, portionieren und backen. Den Unterschied zur Disounterware besteht nur noch darin, dass dort Teiglinge aus Großhallen angeliefert werden (die in der Großhalle Sach aufreißen, in Trog füllen, Schlauch Wasser reinhalten, Maschine anstellen, warten, Maschine ausstellen, Teig rausholen, portionieren) und das "backen" im Supermarkt stattfindet.

Bei Metzgern ist es nicht anders. Ich kenne keinen Metzger, der alle Wurst und alle, was du in seiner Auslage siehst, selbst gemacht hat. Die kaufen das Meiste selbst zu. Wenn der Metzger überhaupt noch selbst wurstet, dann beschränkt sich das auf wenige Sorten in seinem Sortiment. Und Fleisch mariniert der Metzger in der Regel auch nur in Tüte auf, rein in Trog, Öl/Wasser dazu, Fleisch rein. Selbstverständlich verwenden die Geschmacksverstärker. Der Unterschied zur Disounterware besteht lediglich darin, dass es beim Metzger offen im Trog angeboten wird hinter der Theke, und im Discounter ggf. bereits abgepackt wurde. Und was glaubst du, wie es Jahrelang gelingen konnte, unserer Bevölkerung Tonnenweise Gammelfleisch unterzujubeln? Das war ausschließlich mariniertes oder sonst weiterverarbeitetes Fleisch. Der Metzger wird, selbst wenn er selbst mariniert, auch icht seine hochwertigsten Stücke reinschmeißen.

Im Übrigen stimmen meine Geschmacksnerven nicht mit dem überein, was Massenware ist. Der letzte gekaufte Sauerbraten war offensichtlich in Essigessenz eingelegt. Ich benutze sowas zum Putzen, nicht zum Nahrung zubereiten.
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Allegro1300 » Donnerstag, 10. September 2015, 11.12

Danke, Mathilda, daß Du mir bestätigst, auf dem richtigen Dampfer zu sein :D
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Pik Sibbe » Donnerstag, 10. September 2015, 20.36

@Mathilda & Allegro: Danke für die aufmerksamen und lesenswerten Antworten. Tja, man lernt immer dazu...ich hangel´ mich mal eben durch Eure Zeilen:

Mathilda hat geschrieben:Persönlich bekannt ist DER Bäcker meines Heimatkaffs. Der nahm mich nebst Familie mit zur BäKoFa, einer Fachmesse für Bäcker und Konditoren. Ich fiel vom Glauben ab. Sack xy für Brötchen, Sack fg für Brot usw. Nix Mehl und Zutaten und Magie. Nix Handwerk. Sein Handwerk bestand aus Sack aufreißen, in Trog schütten, Schlauch mit Wasser rein, Maschine anstellen, warten, Maschine ausstellen, Teig rausholen, portionieren und backen. Den Unterschied zur Disounterware besteht nur noch darin, dass dort Teiglinge aus Großhallen angeliefert werden (die in der Großhalle Sach aufreißen, in Trog füllen, Schlauch Wasser reinhalten, Maschine anstellen, warten, Maschine ausstellen, Teig rausholen, portionieren) und das "backen" im Supermarkt stattfindet.


Nun, es gibt auch Fertigmischungen zum Selberbacken, und trotzdem schmeckt auch ein damit gebackener Laib in der Regel köstlicher, als eingekauftes Brot. So schlecht scheinen diese konfektionierten Mischungen nicht zu sein. Gleichwohl hat man noch Einfluss auf die Geschmacksqualität, wenn man akurat nach Anleitung arbeitet, z.B. dem Teig genügend Zeit zum "Gehen" gibt..

Sicher, auch mir entgeht nicht, dass sich Ware vom Bäcker und aus dem Supermarkt geschmacklich immer mehr annähern. Das Brot vom Supermarkt ist heutzutage deutlich schmackhafter, als früher, weil es frischer zubereitet wird und deren Krume inzwischen der Konsistenz von Bäckerware näher kommt.

Andererseits schmecken die Brote von verschiedenen Bäckern immer gleichartiger und nicht mehr ganz so aromatisch wie früher. Obgleich auch schon in meiner Kindheit geschummelt wurde. Regelmäßig passierte es uns bei größeren Laibern, dass das Brot außen schön warm und knusprig war, dessen kalter Kern den Fusch aber verriet: "Mal wieder Brot aus der Musikbox", pflegte mein Vater zu sagen, es war älteres, aufgewärmtes Brot.

Trotzdem empfinde ich das Brot vom Bäcker als etwas bekömmlicher, weil die Krume doch noch etwas besser aufgegangen zu sein scheint und ein wenig fluffiger wirkt. Vielleicht hat das aber auch mit der Zubereitungzeit zu tun, sprich, wieviel Zeit man dem Teig läßt,"aufzugehen". (Bei selbstgebackener Pizza sind es idealerweise 12 bis 24 h.) Möglicherweise sind da einzelne Bäckereien doch noch ein klein wenig im Vorteil. Die Grundmischung aus den Säcken scheint ja durchaus zu stimmen, wenn es sich um höherwertigere Brote handelt.

Mathilda hat geschrieben:Und was glaubst du, wie es Jahrelang gelingen konnte, unserer Bevölkerung Tonnenweise Gammelfleisch unterzujubeln? Das war ausschließlich mariniertes oder sonst weiterverarbeitetes Fleisch. Der Metzger wird, selbst wenn er selbst mariniert, auch icht seine hochwertigsten Stücke reinschmeißen.


Davon habe ich allerdings auch schon gehört, dass man mit Marinade minderwertige oder gar verdorbene, bzw. abgelaufende Ware tarnt und unter die Leute bringt. Diesbezüglich fühlte ich mich bislang aber beim Metzger halbwegs in Sicherheit im Gegensatz zum Supermarkt. Bisher hatte ich aber noch keinen Grund zur Beanstandung. Aber gut möglich, dass der Metzger bei der Marinade nicht das zarteste Filetstück verarbeitet, sondern etwas durchwachsenere Stücke nimmt.

Mathilda hat geschrieben:Im Übrigen stimmen meine Geschmacksnerven nicht mit dem überein, was Massenware ist. Der letzte gekaufte Sauerbraten war offensichtlich in Essigessenz eingelegt. Ich benutze sowas zum Putzen, nicht zum Nahrung zubereiten.


Essigessenz gehört für mich auch nicht in die Küche, den nehme ich fast ausschließlich zur Schimmel- oder Kalkbekämpfung ;) (Letzteres beim Heißwasserkocher/Schnellkocher). Wir bevorzugen Balsamico-Essig aus dem Reformhaus.

Allegro1300 hat geschrieben:Seit ich mal auf einem Päckchen Pulverkaffee die Zutat "Maltodextrin" entdeckt habe


Ausschließlich beim Bier gilt das deutsche Reinheitsgebot :D - leider. Also Maltodextrin hat ja nun wirklich nichts in Kaffeepulver zu suchen. Dient anscheinend als billige Panscherei und um kostengünstiger die deklarierte Füllmenge zu erreichen.

Allegro1300 hat geschrieben: Aber Salz ist recht einfach zu dosieren: im Zweifel lieber wenig als viel. Wenig Salz kann den Geschmack heben, zuviel Salz tötet ihn. Ist ne Gefühlssache, aber eine lernbare :)


Mal ganz laienhaft nachgefragt: Was genau verstehst Du z.b. unter der häufig angegebenen "Prise" Salz. Für mich waren das bislang drei Wedelbewegungen mit dem Salzstreuer überm Topf, aber ich habe auch schon gehört, es handelte sich immerhin um einen gestrichenen Teelöffel voll.
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Re: Fernsehköchin Sarah Wiener und ihre Kritik am Vegan-Tren

Beitragvon Mathilda » Donnerstag, 10. September 2015, 20.58

Also eine "Prise" sollte, wörtlich, die zwischen Daumen und Zeigefinger passende Menge Salz sein?!
Wenn der letzte Kronleuchter verschandelt, die letzte Lavalampe erstarrt ist, werdet Ihr feststellen, dass man mit Energiesparfunzeln nicht anständig Licht machen kann.
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